Mit welcher Schwimmart sollten Eltern starten – Kraul oder Brust?

Lesedauer 3 Minuten

Sicherlich kennst du diesen Gedanken – mit welcher Schwimmart soll ich meinem Kind das Schwimmen beibringen? Die Antwort hängt von vielen individuellen Fähigkeiten und Vorlieben deines Kindes ab. Beide Schwimmarten haben ihre eigenen Vorteile und können je nach Kind gezielt beim Schwimmenlernen helfen. In diesem Artikel nenne ich einige Gründe, warum Kraulschwimmen für Kinder leichter zu erlernen ist. Natürlich werde ich auch auf die Vorteile des Brustschwimmens eingehen, aber ich beginne mit meiner Lieblingsschwimmart, dem Kraulschwimmen.

1. Kraul – eine natürliche Bewegung

Der Einstieg in das Kraulschwimmen erfolgt häufig über das sogenannte Hundekraulen. Viele Kinder fangen automatisch an, ihre Arme und Beine wie ein Hund im Wasser zu bewegen. Diese Bewegung ähnelt dem Kraulschwimmen und kann als natürliche Vorstufe angesehen werden. Wenn dein Kind also mit den Armen paddelt und mit den Beinen strampelt, folgt es seinem natürlichen Bewegungsablauf, denn auch beim Gehen bewegen wir unsere Arme abwechselnd.

2. Kontinuierliche Bewegung

Was ich damit meine! Beim Kraulschwimmen sind die Bewegungen der Arme und Beine kontinuierlich und abwechselnd. Der ständige Wechsel der Armbewegungen sorgt für einen gleichmäßigen Vortrieb, der vielen Kindern ein Gefühl von Stabilität und Fortschritt vermittelt. Durch das ständige Strampeln der Beine kommt dein Kind im Wasser voran. Durch die abwechselnden Armbewegungen wird der Vortrieb im Wasser erzeugt.

3. seitliche Atmung

Beim Kraulschwimmen wird seitlich geatmet, was für einige Kinder intuitiver ist, da sie nur den Kopf leicht drehen müssen. Für manche Kinder kann es aber auch eine große Herausforderung sein, da bei der seitlichen Atmung der Kopf bzw. das Gesicht im Wasser ist. Für Kinder, die gerne tauchen oder sehr wassergewohnt sind, ist die seitliche Atmung leichter zu erlernen.

4. schneller Vortrieb

Das Kraulschwimmen ist zweifellos die schnellste Schwimmart und ermöglicht eine zügige Fortbewegung im Wasser. Die schnellen Fortschritte und die Effizienz des Vortriebs können dein Kind motivieren, diese Schwimmart zu erlernen. Der Weltrekord über 100 Meter Kraul (Freistil) liegt bei den Männern bei 00:46,91 (Cesar Cielo BRA) und bei den Frauen bei 00:51,71 (Sarah Sjöström SWE) auf der Langbahn.

Die Vorteile des Kraulschwimmens

  • Natürliche, fließende Bewegungen
  • Kontinuierlicher Vortrieb und Stabilität
  • Seitliche Atmung ist intuitiv
  • Schnellere Fortschritte und Motivation

Doch warum ist Kraulschwimmen so schwer zu erlernen? Und warum beginnen viele mit dem Brustschwimmen?

Obwohl das Kraulschwimmen für viele eine natürliche Bewegung zu sein scheint, gibt es mehrere Gründe, warum Kinder Schwierigkeiten beim Erlernen dieses Schwimmstils haben können. Eine große Hürde für viele Kinder ist die Atemtechnik. Beim Kraulschwimmen muss der Kopf zur Seite gedreht werden, um zu atmen, während der Körper in Bewegung bleibt. Diese seitliche Atmung erfordert Timing und Koordination, was für Anfänger, insbesondere Kinder, oft schwierig ist.


Die zweite Herausforderung ist die gleichzeitige Bewegung und Atmung: Kinder müssen lernen, ihre Atmung mit den Armbewegungen zu synchronisieren, was zusätzliche Konzentration erfordert.


Und die dritte Herausforderung ist die Koordination von Armen und Beinen, denn beim Kraulschwimmen bewegen sich Arme und Beine in einem kontinuierlichen, abwechselnden Rhythmus. Diese Bewegungen müssen fließend und gleichmäßig sein, was eine gute Koordination und Ausdauer erfordert.


Viele Kinder haben auch Schwierigkeiten mit dem Beinschlag aus der Hüfte und machen mit den Beinen ein sogenanntes Radfahren, d.h. sie beugen die Knie, was beim Kraulschwimmen eher hinderlich ist, da das ganze Bein in einer fließenden und kontinuierlichen Bewegung sein muss.

Mein Tipp:

Warum nun doch mit Brustschwimmen starten?

Ein absoluter Vorteil ist die einfache Kopfhaltung, denn beim Brustschwimmen bleibt der Kopf, zumindest bei Anfängern, meist über Wasser. Dies ist ein Vorteil für Kinder, die Angst vor Wasser im Gesicht haben.
Die Bewegungen beim Brustschwimmen sind langsamer und kontrollierter und daher für dein Kind leichter zu erlernen. Da beim Brustschwimmen der Kopf über Wasser bleibt, kann dein Kind sehen, wohin es schwimmt, was ihm ein Gefühl der Sicherheit gibt.

Die Armbewegung ist mit einer bildlichen Sprache wie Pizza oder Pfeilspitze für dein Kind leichter umzusetzen. Der Beinschlag entspricht zwar nicht der natürlichen Bewegung, wird aber oft von den Eltern beigebracht, weil sie es selbst so gelernt haben. Brustschwimmen als erste Grundlage der Fortbewegung ist ein guter Anfang.

Fazit: Was nimmst du mit

Obwohl das Brustschwimmen oft als erste Schwimmart gelehrt wird, kann das Kraulschwimmen für viele Kinder einfacher und natürlicher zu erlernen sein, insbesondere wenn sie mit dem Hundekraulen beginnen. Die kontinuierlichen Bewegungen und die seitliche Atmung machen es für Kinder intuitiver und oft motivierender, da sie schneller Fortschritte sehen.

Am liebsten bringe ich meinen Schwimmkindern eine Kombination aus Brustarmen und Kraulbeinen bei. So sind beide Techniken vorhanden und dienen als Grundlage für weitere Schwimmtechniken.

Welche Erfahrungen hast du beim beim Brust- oder Kraulschwimmen mit deinem Kind gemacht?

Du möchtest gerne mehr Tipps, dann melde dich für den Spass Letter an.

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