Wassergewöhnung zu Hause: Übungen für Dusche & Badewanne

Lesedauer 4 Minuten

Wenn Eltern ans Schwimmenlernen denken, fällt ihr Blick oft zuerst auf den Schwimmkurs. Das ist verständlich, doch der wichtigste Einstieg findet bereits viel früher statt: in der täglichen Routine zu Hause. Genau dort entwickelt dein Kind Vertrauen ins Wasser, erlebt erste Erfolgsmomente und lernt, sich in ungewohnten Wassersituationen ruhig zu verhalten.

Damit möchte ich sagen, dass Wassergewöhnung zu Hause nicht bedeutet, dass dein Kind in der Badewanne schwimmen lernen muss. Es geht um eine stabile Basis: Sicherheit, Körpergefühl, positive Erfahrungen und kleine Schritte ohne Druck.

Was Wassergewöhnung zu Hause wirklich bedeutet

Viele Eltern fragen sich: Reicht Baden und Duschen im Alltag aus?
Die Antwort: Ja – wenn ihr diese Momente bewusst nutzt.

Wassergewöhnung heißt:

  • Wasser im Gesicht schrittweise akzeptieren
  • Ausatmen und Blubbern spielerisch üben
  • Auftrieb, Gleichgewicht und Orientierung kindgerecht erleben
  • Vertrauen aufbauen, statt Leistung einfordern

🚫 Wassergewöhnung heißt nicht:

  • Untertauchen erzwingen
  • Angst „wegtrainieren“
  • Fortschritt an Geschwindigkeit messen

Gerade für Eltern mit dem Gefühl „mein Kind will nicht baden“ ist das wichtig.
Widerstand ist kein Versagen. Er ist ein Signal für Tempoanpassung.

Sicherheit geht vor:
Baderegeln für Kinder zu Hause

Bevor wir jetzt über Übungen sprechen, ist die Grundlage wichtig. Die Sicherheit des Kindes in der Badewanne hat immer Vorrang. Vielleicht entwickelt sich daraus auch ein tolles Ritual zwischen Eltern und Kind, bei dem sich beide Zeit füreinander nehmen. Diese Baderegeln für Kinder machen die gemeinsame Zeit im Wasser nicht strenger, sondern verlässlicher. Und Verlässlichkeit ist für Kinder oft der größte Sicherheitsfaktor. Auf was sollte geachtet werden?

  1. Immer in Griffnähe bleiben – ohne Ausnahme.
  2. Keine Ablenkung durch Handy oder Haushalt
  3. Eine klare Aufsichtsperson sollte im Raum sein
  4. Keine Scheinsicherheit durch aufblasbare Hilfen
  5. Ihr seid fertig. Entleere sofort das Wasser aus der Badewanne
  6. Rutschgefahr reduzieren
Schwimmen lernen mit spass im wasser

5 Übungen für die Dusche

  • DRACHEN GEGEN REGEN
    Das Kind macht einen „Drachenatem“ (pusten), während der Wasserstrahl leicht über seinen Mund läuft. Klappt auch ein starker Drachenruf, wenn das Wasser über das Gesicht läuft.
    Ziel: Offener Mund und Wasser über den Kopf
  • WACHSE WIE EINE WASSERPFLANZE
    Gib deinem Kind einen kleinen Becher. Es darf sich selbst über Arme oder Bauch gießen. Oder ganz mutig das Wasser über den Kopf laufen lassen.
    Ziel: Kontrolle und Selbstwirksamkeit.
  • WASSERFALL VERZAUBERT DIE SHAMPOO WOLKE
    Das Kind schäumt seine Haare, die dann wie eine Wolke aussehen. Die Dusche ist der Wasserfall, der die Wolke wegzaubert. Auch andere Körperteile können geschäumt und weggezaubert werden.
    Ziel: Wasser über den Kopf laufen lassen – Haare waschen inklusive
  • AUTOWASCHANLAGE
    Das Kind nimmt einen Waschlappen zur Hand. Diese werden nun zu Scheibenwischer. Die erste Station ist das Seitenfenster, also die Wangen. Jetzt ist die Frontscheibe, also die Stirn dran. Nun gehen die Wischer von den Wangen zur Stirn und am Ende über das ganze Gesicht.
    Ziel: Vorbereitung auf Wasser im Gesicht
  • Ein festes ABSCHLUSS SIGNAL hilft beim Duschritual: „Die Wasserzeit ist vorbei, jetzt ist Kuscheln mit dem Handtuch dran.“ Das Ziel ist, dass das Kind weiß, dass jetzt Schluss ist.

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5 Übungen für die Badewanne

Die Wassergewöhnung in der Badewanne darf etwas länger sein (ca. 8–15 Minuten), solange das Kind ruhig und interessiert bleibt.

  • ZEITREISE
    Bei jedem kurzen Untertauchen reist ihr in eine andere Zeit: Das kann die Dino-Zeit mit lautem Brüllen sein. Die Piraten-Zeit mit Luftsäbel Kampf und Arrr! Oder die Roboter-Zeit mit dem Piep Signal.
  • BECHER TRANSPORTER
    Das Kind füllt Wasser von einem Becher in den anderen. Und lässt dann den Becher Wasser über die Ohren, die Stirn oder ganz mutig über den Kopf laufen.
  • REGENFORSCHER
    Wie viele Regentropfen spürt das Kind auf seiner Nase? Zunächst zehn, dann wie viele auf der Stirn – vielleicht schon zwanzig. Was passiert, wenn ganz viele Tropfen über den Kopf laufen? Wie reagiert der Regenforscher?
  • U-BOOT TRAINING
    Countdown: „3–2–1, es geht abwärts.“ Den Mund kurz über die Wasseroberfläche halten und ausblasen. Im nächsten Schritt geht es darum, mit dem Mund unter Wasser zu blubbern. Nun den Countdown auf 5, 6, 7 hochzählen. Wie lange kann das U-Boot unter Wasser blubbern?
  • MEERJUNGFRAUEN POSTAMT
    Kleine Saugnäpfe am Boden der Badewanne verteilen. Das Kind holt nun nacheinander die Saugnäpfe hoch und sendet sie mit dem Postamt zum Elternteil.

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📍 Fazit: wie wichtig ist Wassergewöhung

Die Wassergewöhnung zu Hause beginnt nicht mit Perfektion, sondern mit Nähe, Ruhe und Wiederholung. Dusche und Badewanne sind zwar keine „Ersatz-Schwimmschule“, aber ein kraftvoller Startpunkt. Wenn Eltern Sicherheit, Beziehung und spielerische Schritte verbinden, entsteht genau das, was Kinder fürs spätere Schwimmen brauchen. Vertrauen ins Wasser und vor allem Selbstvertrauen.

Zum Schluss noch ein kleiner, aber wichtiger Hinweis: Wenn ihr taucht, lasst Badezusätze lieber weg. So vermeidet ihr brennende Augen und sorgt dafür, dass das Tauchen immer mit etwas Positivem verbunden bleibt. Und denkt daran: Beim Tauchen bitte Augen auf und die Nase nicht zuhalten. Das hilft eurem Kind, sich unter Wasser zu orientieren und ein gutes Gefühl fürs Wasser zu entwickeln. Das ist später beim Schwimmenlernen enorm wichtig, weil beim Schwimmen ein großer Teil des Gesichts im Wasser ist.

Was du als Eltern tun kannst:

  • Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dein Kind im Alltag zu unterstützen. Eine davon ist, mit ihm Wasserübungen in der Badewanne oder Dusche zu machen. Eine andere Möglichkeit ist, dein Kind dabei zu unterstützen, in einem Eimer oder am Waschbecken zu spielen oder mit den Schwimmkarten von Spass-im-Wasser
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