Schwimmen im See mit Kindern: Warum es sich plötzlich ganz anders anfühlt

Lesedauer 4 Minuten

Dein Kind springt im Schwimmbad mutig ins Wasser. Es kennt den Beckenrand, sieht den Boden und weiß genau, wo es wieder herauskommt.
Doch am See ist plötzlich alles anders. Das Wasser ist dunkler. Der Boden fühlt sich unter den Füßen weich oder steinig an. Vielleicht streift eine Wasserpflanze sein Bein. Und obwohl euer Kind eigentlich schon schwimmen kann, möchte es keinen Schritt weitergehen.
Kennst du das?
Für viele Kinder fühlt sich Schwimmen im See ganz anders an als Schwimmen im Schwimmbad. Das bedeutet jedoch nicht, dass dein Kind etwas verlernt hat. Es muss diese neue Wasserwelt erst kennenlernen.

Doch was genau macht das Schwimmen im See so besonders? Und wie kannst du dein Kind dabei begleiten, sich auch dort Schritt für Schritt sicherer zu fühlen?

Warum Schwimmen im See eine neue Erfahrung für dein Kind ist.

Ein See ist kein großes Schwimmbecken. Auch wenn dein Kind bereits einige Meter schwimmen kann, trifft es dort auf eine Umgebung, die es vielleicht noch nicht kennt.

Fünf Unterschiede im See

  • DER BODEN IST NICHT SICHTBAR:
    Für Erwachsene ist trübes Wasser vielleicht nur ungewohnt. Für ein Kind kann es sich anfühlen, als würde es ins Unbekannte gehen.
  • DER UNTERGRUND VERÄNDERT SICH:
    Sand, Schlamm, Steine, Äste oder Pflanzen können sich unangenehm anfühlen. Das Kind kann erschrecken, wenn es plötzlich einsinkt oder etwas seine Beine berührt.
  • DAS WASSER BEWEGT SICH:
    Wind, andere Badegäste und kleine Wellen bringen Bewegung ins Wasser. Dadurch wird das Gleichgewichthalten anspruchsvoller.
  • VERTRAUTE BEGRENZUNGEN FEHLEN:
    Es ist kein Beckenrand, keine Leine und auch keine deutlich erkennbare Treppe in Sicht. Das erschwert die Orientierung.
  • 5. TEMPERATUR UND TIEFE KÖNNEN WECHSELN:
    Ein See kann kühler sein als erwartet. Außerdem wird das Wasser teilweise schneller tief, als ein Kind das einschätzen kann.

Möchtest du dein Kind spielerisch auf das Schwimmen im See vorbereiten? 

Mit den wasserfesten Schwimmkarten von Spass im Wasser könnt ihr wichtige Grundlagen gemeinsam und jederzeit üben.

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Reicht das Seepferdchen für den See aus?

Das Seepferdchen ist ein wunderbarer Meilenstein. Dein Kind hat Mut gezeigt, geübt und die ersten wichtigen Fähigkeiten im Wasser erlernt. Darauf dürft ihr stolz sein.
Trotzdem bedeutet das Abzeichen nicht, dass dein Kind jede Wassersituation sicher bewältigen kann. Insbesonders im See kommen Bedingungen hinzu, die bei der Prüfung im Schwimmbad keine Rolle spielen.
Ein Kind kann also die erforderliche Strecke schaffen und sich im offenen Wasser trotzdem unsicher fühlen. Das ist kein Widerspruch.

Deshalb gilt: Auch mit Seepferdchen braucht dein Kind im See deine unmittelbare Begleitung.

Zuerst den See kennenlernen und dann gemeinsam losschwimmen.

Vielleicht erkennst du dich in dem Satz: „Du kannst doch schwimmen, komm einfach rein.“

Gut gemeint, aber für ein unsicheres Kind ist das häufig ein zu großer Schritt. Hilfreicher ist es, den See erst einmal gemeinsam zu entdecken.

Geht langsam am Ufer entlang. Schaut, wo ihr gut ins Wasser kommt und wo dein Kind wieder sicher herausgehen kann. Fühlt gemeinsam den Boden mit den Füßen. Ist er sandig, steinig oder weich? Wie kalt ist das Wasser heute?

Dein Kind muss beim ersten Besuch keine Strecke schwimmen. Vielleicht reicht es zunächst, gemeinsam durchs flache Wasser zu laufen und sich an die neue Umgebung zu gewöhnen.

Das kannst du am See mit deinem Kind machen:

Stärke die Fähigkeiten mit den Schwimmkarten

Vielleicht steht auch bei euch bald ein Ausflug an den Badesee an. Dann nutzt die nächsten Schwimmbadbesuche doch, um gemeinsam das Drehen, Schweben und Zurückschwimmen zu üben.

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Kurze Videos und Schritt für Schritt Anleitungen helfen dir dabei.

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Eine Schwimmhilfe ersetzt deine Nähe nicht.

Ein Einhorn, ein Reifen oder eine Luftmatratze machen am See natürlich Spaß. Trotzdem sind sie keine verlässlichen Schwimmhilfen. Sie können kippen, wegrutschen oder durch Wind vom Ufer abtreiben.
Auch Schwimmflügel oder eine passende Schwimmweste ersetzen deine Aufmerksamkeit nicht. Bleibe deshalb so nah bei deinem Kind, dass du jederzeit unmittelbar reagieren kannst.

Eine Schwimmhilfe kann unterstützen. Sie übernimmt aber niemals deine Aufsicht.

Woran du erkennst, dass es für heute am See genug ist.

Manchmal möchten Kinder noch weiterspielen, obwohl ihr Körper bereits eine Pause braucht. Erschöpfung zeigt sich manchmal nicht durch Müdigkeit, sondern durch Hektik, Gereiztheit oder plötzliches Klammern.
Warte deshalb nicht, bis dein Kind völlig erschöpft ist. Geht lieber etwas früher aus dem Wasser, wärmt euch auf und beendet den Besuch mit einem guten Gefühl.

Wenn du das bei deinem Kind beobachtest, solltest du mit ihm aus dem Wasser gehen. Dein Kind…

Was tust du? Dein Kind bekommt Angst im Wasser. Möchte zurück ans Ufer!

Vielleicht berührt plötzlich eine Pflanze das Bein deines Kindes. Vielleicht schluckt dein Kind Wasser oder verliert für einen Moment die Orientierung. Dann kann sich die Freude sehr schnell in Angst verwandeln.
Nimm diese Reaktion ernst. Geht gemeinsam in den flachen Bereich oder ans Ufer zurück. Dein Kind muss nicht sofort noch einmal ausprobieren, was gerade nicht funktioniert hat.
Manchmal reicht später ein kleiner Schritt, der ihm vertraut ist: mit den Füßen planschen, Wasser mit einem Becher schöpfen oder gemeinsam am Ufer sitzen. So endet der Besuch nicht mit dem Gefühl des Scheiterns.

Empfohlene Schritte:

Mein ehrliches Fazit:

In meiner langjährigen Arbeit als Schwimmlehrerin erlebe ich immer wieder, wie unterschiedlich Kinder auf offenes Wasser reagieren. Manche laufen ohne zu zögern hinein. Andere beobachten erst lange oder bleiben lieber dort, wo sie den Boden noch spüren können.
Beides ist in Ordnung.

Für dein Kind ist Schwimmen im See eine neue Erfahrung. Es muss nicht nur seine Schwimmbewegungen anwenden, sondern gleichzeitig auch mit Wellen, Kälte, schlechter Sicht und einer ungewohnten Orientierung umgehen.
Deshalb mein ehrlicher Tipp: Erwarte beim ersten Besuch keine langen Strecken. Erkundet den See gemeinsam. Beginnt im flachen Wasser. Bleibe nah bei deinem Kind und wiederhole kleine Übungen, die bereits gut funktionieren.

Mit jeder positiven Erfahrung wird dein Kind ein wenig sicherer. Nicht durch Druck. Nicht durch Vergleiche. Sondern durch deine Nähe, regelmäßiges Üben und ganz viel Freude am Wasser.

Die wichtigsten Regeln am See: