Bis der Schwimmkurs startet, könnt ihr schon loslegen.

Schulschwimmen: Mein Kind kann noch nicht schwimmen – was tun?
Der Elternbrief liegt in der Schultasche: Das Schulschwimmen beginnt bald. Vielleicht freut sich dein Kind schon darauf. Vielleicht wird es aber auch ganz still und sagt: „Da möchte ich nicht hin.“
Und plötzlich kommen die Fragen. Mein Kind kann noch nicht schwimmen – wie soll das in der Schule funktionieren? Was, wenn es sich nicht ins Wasser traut? Oder wenn die anderen schon viel weiter sind?
Vielleicht habt ihr lange auf einen Schwimmkurs gewartet. Vielleicht hat euer Kind bereits einen besucht, aber das freie Schwimmen klappt noch nicht. Oder es planscht gerne, möchte aber auf keinen Fall den sicheren Boden unter den Füßen verlieren.
Was auch immer der Grund ist: Vorwürfe helfen jetzt nicht weiter. Du kannst dein Kind begleiten und mit ihm kleine Erfahrungen sammeln, die den Einstieg ins Schulschwimmen erleichtern. Dafür müsst ihr nicht bei jedem Schwimmbadbesuch eine ganze Bahn schwimmen. Auch gemeinsam durchs Wasser zu laufen, sich zu drehen oder ein kleines Stück zu gleiten, kann ein Anfang sein.
Noch Nichtschwimmer: wie aufs Schulschwimmen vorbereiten?
„Ich will nicht zum Schwimmunterricht“ kann vieles bedeuten.
Vielleicht hat das Kind Angst vor dem tiefen Becken. Vielleicht mag es das Spritzwasser im Gesicht nicht. Es kann aber auch sein, dass deinem Kind das Umziehen ohne deine Hilfe Sorgen bereitet – oder der Gedanke, dass andere Kinder zuschauen.
Frage dein Kind in einem ruhigen Moment: „Gibt es etwas beim Schulschwimmen, worüber du dir Gedanken machst?“
Höre erst einmal zu. Du musst nicht sofort eine Lösung finden. Ein „Gut, dass du mir das sagst“ kann ein Gespräch eröffnen. Ein „Davor brauchst du doch keine Angst zu haben“ kann es hingegen manchmal beenden, bevor du erfährst, was dein Kind wirklich beschäftigt.
Mein Kind kann noch nicht schwimmen
Mit den Schwimmkarten findest du viele spielerische Übungen zur Vorbereitung auf das Schulschwimmen
Umziehen, duschen, anziehen – das kann dein Kind schon üben
Beim Schulschwimmen ist nicht nur die Zeit im Wasser neu. Auch das Umziehen, Duschen und Wiederanziehen ohne deine Hilfe kann für dein Kind eine Herausforderung sein. Ein gemeinsamer Schwimmbadbesuch bietet die Gelegenheit, diese Abläufe in Ruhe auszuprobieren.
Packt gemeinsam die Schwimmtasche, damit dein Kind weiß, wo Handtuch und Badesachen liegen. Wählt Kleidung, die sich gut selbst an- und ausziehen lässt. Gib ihm beim Umziehen und Abtrocknen Zeit, Dinge allein zu versuchen, und hilf ihm nur dort, wo er noch Unterstützung braucht. Dabei muss nicht gleich alles klappen.
So wird die Umgebung nach und nach vertrauter. Dein Kind merkt: „Ich weiß, wie das geht.“ Und beim ersten Schulschwimmen fühlt sich nicht mehr alles ganz so neu an.
Drei Übungen, die dein Kind aufs Schulschwimmen vorbereiten
Die Tasche ist gepackt und das Umziehen klappt schon etwas besser. Jetzt können wir gemeinsam ins Wasser gehen. Dabei muss dein Kind nicht sofort schwimmen lernen. Es darf erst einmal ausprobieren: Wie bewege ich mich im Wasser? Was passiert, wenn ich mich abstoße? Und wie komme ich aus eigener Kraft ein kleines Stück vorwärts?
Wählt einen ruhigen, flachen Bereich, in dem dein Kind sicher stehen kann und in dem ihr ausreichend Platz habt. Bleibt bei allen Übungen unmittelbar bei eurem Kind und seid bereit, es zu unterstützen. Eine Schwimmnudel ersetzt deine Aufsicht nicht.
1. Rennen, Drehen, Springen: Wie fühlt sich Wasser an?
Lauft gemeinsam durchs Wasser. Erst langsam, dann etwas schneller. Geht seitwärts, dreht euch vorsichtig um oder macht kleine Sprünge vom Beckenboden. Merkt euer Kind, wie das Wasser seine Bewegungen bremst?
Daraus könnt ihr ein Nachmachspiel machen: Du machst eine Bewegung vor und dein Kind macht sie nach. Anschließend darf es selbst bestimmen, wie ihr euch bewegt. Mit „Rennen” ist hier das schnellere Bewegen im Wasser gemeint, nicht am rutschigen Beckenrand.
So lernt dein Kind den Widerstand des Wassers kennen und kann ausprobieren, wie es sein Gleichgewicht hält. Wenn es noch vorsichtig ist, beginnt ihr mit kleinen Schritten an deiner Hand.
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2. Mit der Schwimmnudel selbst vorwärtskommen
Leg die Schwimmnudel quer vor den Körper deines Kindes und unter beide Unterarme. Dein Kind legt die Unterarme darauf und versucht, sich mit eigenen Beinbewegungen ein kleines Stück vorwärtszubewegen.
Bleibe direkt davor oder daneben und unterstütze bei Bedarf. Es geht nicht darum, sofort eine bestimmte Strecke zu schaffen oder die Beine perfekt zu bewegen. Dein Kind soll entdecken: „Wenn ich meine Beine bewege, komme ich vorwärts!”
Für den Anfang genügt ein kleines Stück. Wenn dein Kind noch unsicher ist, kannst du es zusätzlich am Körper unterstützen. Die Nudel kann wegrutschen und bietet keine Absicherung.
3. Vom Beckenrand in deine Arme gleiten
Dein Kind hält sich am Beckenrand fest und stellt die Füße gegen die Beckenwand. Du stehst unmittelbar davor und hältst die Arme bereit.
Wenn es bereit ist, darf es den Rand loslassen, sich mit den Füßen abstoßen und über eine kurze Strecke in deine Arme gleiten. Dabei sind die Arme lang gestreckt. Sprecht vorher ab, was ihr macht, und bleibe an der vereinbarten Stelle.
Vielleicht möchte dein Kind anfangs beim Abstoßen noch von dir gehalten werden. Auch das ist ein Anfang. Hier zählt das Gefühl, denn wenn man sich abstoßen kann, dann trägt einen das Wasser ein Stück.
Mein Fazit als Schwimmlehrerin
Wenn das Schulschwimmen beginnt und dein Kind noch nicht schwimmen kann, macht dir das vielleicht Sorgen. Mir ist wichtig: Dein Kind darf mit unterschiedlichen Voraussetzungen starten und braucht eine Begleitung, die darauf eingeht.
Du kannst schon vorher viel tun: Macht euch mit den Abläufen im Schwimmbad vertraut, entdeckt gemeinsam das Wasser und sprecht darüber, was deinem Kind noch schwerfällt. Informiere auch die Lehrkraft, damit sie weiß, wo dein Kind Unterstützung braucht.
Es geht nicht darum, bis zur ersten Schwimmstunde alles aufzuholen. Viel wertvoller ist es, wenn dein Kind erlebt: „Ich darf lernen, ich darf Fragen stellen und ich bekomme Hilfe.” Mit diesem Vertrauen fällt der nächste kleine Schritt oft leichter.



