Bis der Schwimmkurs startet, könnt ihr schon loslegen.

Brustschwimmen klappt schon – und jetzt?
Dein Kind schwimmt ein Stück allein durchs Wasser. Vielleicht trägt es schon stolz das Seepferdchen- oder das Seeräuberabzeichen auf der Badehose. Ihr freut euch gemeinsam über das Erreichte. Doch bei eurem nächsten Schwimmbadbesuch stellt sich die Frage: Was machen wir jetzt eigentlich?
Weiter Brustschwimmen üben?
Auf das nächste Abzeichen hinarbeiten? Oder schon eine neue Schwimmart ausprobieren?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, weiterzulernen. Dabei lohnt es sich, darauf zu achten, was deinem Kind schon leichtfällt, wo es noch Unterstützung braucht und worauf es selbst neugierig ist.
Nach dem ersten Abzeichen gibt es noch viel mehr
Ein bestandenes Abzeichen ist ein sehr schöner Erfolg. Dein Kind hat geübt, sich etwas zugetraut und Neues gelernt. Darauf darf es stolz sein.
Gerade nach dem Seepferdchen braucht es aber weiterhin Begleitung, denn das Abzeichen ist noch kein Nachweis für sicheres Schwimmen. Regelmäßige Zeit im Wasser hilft dabei, Bewegungen zu festigen und Erfahrungen zu sammeln.
Beim gemeinsamen Schwimmen kannst du Folgendes beobachten:
- Schwimmt dein Kind ruhig oder wird es schnell hektisch?
- Kann es im Wasser ausatmen?
- Wie reagiert es, wenn Wasser ins Gesicht kommt?
- Findet dein Kind nach einer kurzen Strecke selbstständig zum Beckenrand zurück?
Bereit für ein neues Abenteuer im Wasser?
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Muss mein Kind erst perfekt Brustschwimmen können?
Wenn dein Kind beim Brustschwimmen schon vorankommt, muss nicht jede Bewegung perfekt aussehen, bevor es etwas Neues lernen darf.
Beim Schwimmen sind viele Fähigkeiten wichtig: sich vom Wasser tragen lassen, gleiten, ausatmen und mit Armen und Beinen Vortrieb erzeugen. Diese Grundlagen könnt ihr in unterschiedlichen Körperlagen und Bewegungen weiterentwickeln.
Vielleicht entdeckt dein Kind ja, dass ihm der wechselnde Beinschlag Spaß macht. Vielleicht möchte es auch ausprobieren, wie es sich anfühlt, auf dem Rücken zu schwimmen. Oder es beobachtet ein anderes Kind und fragt: „Kann ich auch so kraulen?”
Diese Neugier ist ein schöner Anlass, gemeinsam Neues auszuprobieren. Gleichzeitig bleibt Zeit, das bereits Gelernte zu festigen.
Wann kann mein Kind mit dem Kraulen anfangen?
Das Alter allein ist dafür kaum ausschlaggebend. Vorschul- und Grundschulkinder bringen ganz unterschiedliche Erfahrungen mit.
Für die ersten Kraulübungen ist es hilfreich, wenn dein Kind sein Gesicht freiwillig ins Wasser legt, unter Wasser ausatmet und bereits ein Stück gleiten kann. Es sollte sich bei den Aufgaben wohlfühlen und Lust haben, etwas auszuprobieren.
Wenn Wasser im Gesicht noch unangenehm ist, könnt ihr genau dort ansetzen. Gemeinsam Blubberblasen zu machen oder kurz mit dem Gesicht im Wasser zu gleiten, sind bereits wertvolle Lernschritte.
Es muss auch nicht sofort gelingen, die vollständige Kraulbewegung auszuführen. Es braucht Zeit, bis Arme, Beine und Atmung zusammenpassen. Ihr könnt die einzelnen Bausteine nach und nach entdecken.
Drei Tipps, um Kraulbewegungen kennenzulernen
Für diese ersten Versuche wählt einen übersichtlichen Bereich, in dem euer Kind sicher stehen kann, ohne andere Badegäste zu behindern. Bleib dabei und beobachte dein Kind. Macht kurze Versuche mit Pausen und hört auf, wenn euer Kind friert, müde wird oder nicht mehr möchte.
1. Erst einmal durchs Wasser gleiten
Dein Kind stößt sich mit den Füßen vom Beckenrand ab und gleitet mit nach vorne gestreckten Armen zu dir. Dabei ist sind Arme und Beine lang gestreckt im Wasser. Die Strecke bleibt erstmal kurz, du stehst direkt in der Nähe.
Wenn dein Kind das Gesicht freiwillig ins Wasser legt, kann es dabei ruhig Blubberblasen unter Wasser machen. Danach stellt es sich wieder hin.
Du kannst es zum Beispiel fragen: „Wie lange kannst du gleiten?“
2. Wechselbeinschlag ausprobieren
Dein Kind hält sich mit den Händen am Beckenrand fest und lässt die Beine nach hinten sinken. Nun bewegen sich die Beine abwechselnd auf und ab. Wir nennen das auch „Roboterbeine”, denn dabei kommt der Beinschlag aus der Hüfte. Bitte nicht aus den Knien, das nennen wir Radfahren.
Die Knie bleiben locker und die Füße entspannt. Große Spritzer sind dabei gar nicht nötig.
Ein passendes Bild dazu ist: „Deine Füße machen kleine Blubberblasen hinter dir.”
Ein paar Sekunden reichen für den ersten Versuch. Danach ist Pause.
3. Gleiten und Kraulbeine verbinden
Wenn beide Aufgaben einzeln gut klappen, kann dein Kind beim kurzen Gleiten einige wechselnde Beinschläge hinzufügen. Dazu nimmt es ein Schwimmbrett in die Hand und legt die gestreckten Arme darauf. Es stößt sich von der Wand ab und spürt, was passiert, wenn die Kraulbeine einsetzen.
Kommt es ein kleines Stück weiter?
Arme und seitliches Einatmen können später dazukommen. Für den Anfang beendet dein Kind den kurzen Versuch, indem es sich wieder hinstellt.
Kraulen lernen als nächste Schwimmart?
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Und wenn mein Kind nur spielen möchte?
Vielleicht war der Weg zum Abzeichen sehr anstrengend. Dann ist es verständlich, wenn dein Kind erst einmal keine Lust auf die nächste Aufgabe hat.
Ihr müsst nicht jeden Schwimmbadbesuch zu einer Übungsstunde machen. Lass dein Kind einfach mitentscheiden.
„Magst du mir noch einmal zeigen, wie du gleitest? Oder wollen wir zusammen Blubberblasen machen oder nochmal die Schätze unter Wasser entdecken?”
Eine bekannte Aufgabe und eine kleine neue Idee können für einen Besuch völlig ausreichen. Dazwischen bleibt Zeit zum Spielen und gemeinsamen Entdecken.
Auch das Ziel darf mal klein sein. Heute hat dein Kind etwas Neues ausprobiert. Vielleicht hat es zum ersten Mal entspannt ins Wasser ausgeatmet oder beim Gleiten die Beine dazu genommen. Oder drei Gegenstände nacheinander aufgetaucht. Solche Fortschritte verdienen Aufmerksamkeit.
Wann hilft ein weiterer Schwimmkurs?
Ein Aufbaukurs oder der Besuch eines Schwimmvereins kann euch beim weiteren Lernen unterstützen – besonders, wenn euer Kind schnell erschöpft ist, sich unsicher fühlt oder ihr nicht wisst, wie ihr eine Bewegung erklären sollt.
Auch beim Kraulen kann ein geschulter Blick von außen hilfreich sein. Gerade das Zusammenspiel von Wasserlage, Armbewegung und Atmung lässt sich von außen besser beurteilen.
Du musst als Elternteil nicht jede Technik selbst vermitteln können. Es ist bereits wertvoll, gemeinsam Zeit im Wasser zu verbringen, Interesse zu zeigen und deinem Kind Mut zu machen.
Mein Fazit als Schwimmlehrerin
Als Schwimmlehrerin ist es mir wichtig, dass Kinder nach ihrem ersten Abzeichen weiterhin mit Freude, in ihrem Tempo und gut begleitet Erfahrungen im Wasser sammeln dürfen. Dabei lässt sich die erlernte Schwimmart festigen und eine Neue entdecken.
Wenn dein Kind Interesse am Kraulen zeigt, greife dieses auf. Es muss nicht gleich eine ganze Bahn schaffen. Schon ein kurzes Gleiten mit Wechselbeinschlag ist ein Anfang. Aus vielen kleinen Erfahrungen wächst nach und nach mehr Können und Vertrauen.
Mein Tipp: Schau, was deinem Kind bereits gelingt, und wähle von dort aus den nächsten kleinen Schritt. Du musst dabei nicht alles selbst erklären können. Manchmal hilft eine spielerische Anregung, manchmal ist die Unterstützung einer Schwimmlehrerin oder eines Schwimmlehrers gefragt.
Das Abzeichen ist ein schöner Meilenstein. Die Freude am Weiterlernen sollte jedoch erhalten bleiben.
