Braucht mein Kind unbedingt einen Schwimmkurs? Was Eltern selbst üben können

Lesedauer 4 Minuten

Kein Platz im Schwimmkurs – und jetzt? Du möchtest, dass dein Kind schwimmen lernt. Vielleicht steht der nächste Urlaub bevor, oder dein Kind beobachtet im Schwimmbad neugierig andere Kinder. Doch dann folgt die Ernüchterung: Alle Schwimmkurse sind ausgebucht und auf der Warteliste stehen bereits viele Familien.

Vielleicht fragst du dich nun: Müssen wir wirklich warten? Oder kann ich meinem Kind einige Grundlagen auch selbst beibringen?

Die gute Nachricht ist: Du kannst dein Kind schon jetzt beim Schwimmenlernen unterstützen. Denn Schwimmenlernen beginnt nicht erst in dem Moment, in dem dein Kind seine ersten Meter allein zurücklegt.

Braucht mein Kind unbedingt einen Schwimmkurs?

Nein, dein Kind braucht nicht zwingend von Anfang an einen Schwimmkurs, um wichtige Erfahrungen im Wasser zu sammeln. Ein Schwimmkurs kann eine wertvolle Unterstützung bieten. Dein Kind erhält dort fachliche Anleitung, lernt gemeinsam mit anderen Kindern und übt in einem festen Rahmen.
Trotzdem ist ein Kurs nicht der einzige Ort, an dem Schwimmenlernen stattfindet.
Du bist für dein Kind eine vertraute Bezugsperson. Deine Nähe kann ihm besonders am Anfang Sicherheit geben. Gemeinsam könnt ihr das Wasser entdecken, erste Ängste abbauen und grundlegende Fähigkeiten üben. Genau diese Erfahrungen bilden später die Basis für jede Schwimmbewegung.

Nie mehr auf einen Schwimmkurs warten, nimm dir die Schwimmkarten.

Mit den wasserfesten Schwimmkarten von Spass im Wasser könnt ihr wichtige Grundlagen gemeinsam und jederzeit üben.

Jetzt direkt bestellen

Schwimmenlernen beginnt nicht mit Brustschwimmen!

Warum die ersten Schwimmzüge noch gar nicht das Wichtigste sind.

Beim Schwimmenlernen denken viele Eltern zuerst an Brustarme und Froschbeine. Doch bevor ein Kind diese Bewegungen miteinander verbinden kann, muss es Vertrauen ins Wasser entwickeln.
Kann es ins Wasser ausatmen? Traut es sich, den Kopf unterzutauchen? Kann es sich vom Boden lösen und erleben, dass es vom Wasser getragen wird?
Diese Fähigkeiten sehen vielleicht noch nicht nach richtigem Schwimmen aus. Sie sind jedoch die Grundlage dafür und daher mega wichtig.

Vor dem eigentlichen Schwimmtechniken stehen mehrere Grundlagen, die dein Kind lernt:

Schwimmenlernen beginnt nicht mit einer perfekten Technik. Es beginnt mit Vertrauen.

Diese 6 Grundlagen könnt ihr gemeinsam üben

Schwimmenlernen beginnt nicht sofort mit einer Schwimmtechnik wie Brust. Bevor dein Kind erste Strecken allein schwimmt, braucht es Vertrauen, eine gute Wasserlage und Sicherheit beim Atmen. Diese sechs Schritte bauen aufeinander auf und helfen euch beim gemeinsamen schwimmen lernen:

1. Wasser kennenlernen

Am Anfang geht es darum, dass sich dein Kind im Wasser wohlfühlt. Lauft gemeinsam durch das flache Wasser, schöpft mit den Händen oder lasst Wasser vorsichtig über Arme und Schultern bzw. über das Gesicht laufen.

Das lernt dein Kind:
Es gewöhnt sich an Temperatur, Wasserdruck und Spritzer und bewegt sich zunehmend selbstständig.

2. Ins Wasser ausatmen

Beim Schwimmen muss dein Kind lernen, unter Wasser auszuatmen. Beginnt mit kleinen Blubberblasen: erst mit dem Mund, später auch mit Mund und Nase im Wasser. Probiert unter Wasser großen Blasen aus der Nase zu pusten.

Das lernt dein Kind:
Es kontrolliert seine Atmung und reagiert gelassener, wenn Wasser ins Gesicht kommt.

3. Untertauchen

Beim Tauchen erfährt dein Kind, dass es den Kopf vollständig unter Wasser nehmen und sicher wieder auftauchen kann. Ein Tauchring auf einer flachen Stufe oder eine kleine Schatzsuche machen diesen Schritt spielerisch.

Das lernt dein Kind:
Es gewinnt Orientierung unter Wasser und entwickelt Vertrauen in die eigene Atmung. Das Tauchenlernen ist eine der wichtigsten Fähigkeiten beim Schwimmen.

4. Schweben

Beim Schweben erlebt dein Kind, dass das Wasser seinen Körper trägt. Unterstütze es zunächst mit deinen Händen unter Kopf und Rücken und verringere die Hilfe langsam.

Das lernt dein Kind:
Es entspannt den Körper, verbessert seine Wasserlage und vertraut auf den Auftrieb.

Schwimmen lernen ohne Kurs!

Mit den wasserfesten Schwimmkarten von Spass im Wasser könnt ihr wichtige Grundlagen gemeinsam und jederzeit üben.

Jetzt direkt bestellen

5. Gleiten

Beim Gleiten stößt sich dein Kind vom Beckenrand oder von einer Stufe ab und bewegt sich mit langem Körper zu dir. Beginnt mit sehr kurzen Entfernungen.

Das lernt dein Kind:
Es erfährt eine Wasserlage, wie es sich ohne viele Bewegungen durchs Wasser bewegt.

6. Sich selbstständig fortbewegen

Nun kann dein Kind erste Arm- und Beinbewegungen ausprobieren. Dabei muss noch keine perfekte Schwimmtechnik entstehen. Auch Paddeln, Strampeln und kurze Wege zum Beckenrand sind wichtige Schritte.

Das lernt dein Kind:
Es verbindet Gleiten und Antreiben und bewegt sich zunehmend aus eigener Kraft.

Ihr braucht nicht alle sechs Schritte bei einem Schwimmbadbesuch zu üben. Beginne dort, wo sich dein Kind gerade sicher fühlt. Wiederhole bekannte Übungen und gehe erst weiter, wenn der vorherige Schritt entspannt gelingt.

Denn beim Schwimmenlernen zählt nicht, wie schnell dein Kind vorankommt. Wichtig ist, dass es Vertrauen entwickelt und die Freude am Wasser behält.

Fazit und ehrliche Worte von mir

Als Schwimmlehrerin erlebe ich immer wieder, wie wichtig die Rolle der Eltern beim Schwimmenlernen ist. Sie geben Sicherheit, machen Mut und ermöglichen die ersten positiven Erfahrungen im Wasser.

Ihr braucht also nicht zu warten, bis endlich ein Platz im Schwimmkurs frei wird. Viele wichtige Grundlagen könnt ihr bereits gemeinsam üben. Das Wasser kennenlernen, Blubbern, Tauchen, Schweben, Gleiten und erste eigene Bewegungen ausprobieren.
Dabei ist es nicht nötig, alles perfekt zu erklären oder jede Schwimmbewegung sofort richtig zu vermitteln. Viel wichtiger ist, dass dein Kind Vertrauen entwickelt, sich im Wasser wohlfühlt und kleine Erfolgserlebnisse sammelt.

Gleichzeitig darfst du ehrlich zu dir selbst sein. Wenn du dich im Wasser unsicher fühlst, dein Kind stark blockiert ist oder das gemeinsame Üben immer wieder in Frust endet, ist es eine gute Entscheidung, professionelle Unterstützung hinzuzuziehen. Das bedeutet nicht, dass du versagt hast. Manchmal braucht es einfach eine neutrale Person oder einen neuen Impuls.

Ein Schwimmkurs und das gemeinsame Üben mit den Eltern schließen sich nicht aus. Im Gegenteil: Beides kann sich wunderbar ergänzen.
Mein wichtigster Tipp ist deshalb: Setzt euch nicht unter Druck! Vergleiche dich nicht mit anderen Kindern und mache das Seepferdchen nicht zum einzigen Ziel.
Schwimmenlernen braucht Zeit, Wiederholung und Vertrauen. Und vor allem braucht es viele schöne Momente im Wasser.
Denn am Ende soll dein Kind nicht nur schwimmen können. Es soll sich sicher und vertraut fühlen und die Freude am Wasser behalten.